LEXIKON

Lexikon

Inhaltsverzeichnis

 

Amigurumi

Angora

Bambus

Baumwolle, konventioneller Anbau

Biologischer Anbau von Pflanzenfasern

Bio-Label

DK (Double Knit)

Dochtgarn

GOTS – Global Organic Standard

Lyocell

Mulesing

Nm – Nummer metrisch, die Umrechnung

Ökologische Beurteilung verschiedener Fasern

Öko-Tex Standard

Pima-Cotton

Ravelry

Schurwolle

Seide, konventionell

Seide, Wildseide –> s. Tussahseide

Single-Garn

Superwash-Ausrüstung

Tencel

Tussahseide

Viskose

Weight

WPI (Wraps per Inch)

 

 

 


Amigurumi

Das Wort «Amigurumi» kommt aus dem Japanischen (amu = stricken, kurumu = einhüllen, verpacken) und wird unterdessen international als Bezeichnung für kleine, gestrickte oder gehäkelte Tierpuppen verwendet.

 


Angora

Angorawolle stammt von Angorakaninchen, ist superweich und vor allem wegen der Art und Weise, wie sie gewonnen wird, für Tierschützer meist tabu. Bedenkt man zudem, dass Hasen eigentlich Beutetiere sind, kann man sich auch vorstellen, dass sich Hasen nicht besonders gern anfassen lassen. Dennoch kennen wir Angorahasen-Halterinnen in der Schweiz, die ein sehr liebewolles Verhältnis zu ihren Tieren pflegen. Bei ihnen sind wir auch sicher, dass die Hasen weder unter einer Schur, noch unter dem Auskämmen loser Haare leiden. Natürlich werden so nur kleine Mengen Angorahaare gewonnen, entsprechend teuer sind darum auch alle Produkte aus Angora.


Da wir immer wieder nach günstigem Angoragarn in grösseren Mengen gefragt werden, haben wir uns erneut vertieft mit Angora auseinandergesetzt. Wie wir wussten gibt es in Frankreich nämlich auch eine Methode, bei der die Hasenwolle ohne Schmerzen «geerntet» werden kann. Sie geht so: 5 Tage bevor geerntet werden soll, erhalten die Tiere mit dem Futter eine Portion «Lagodendron». Wir haben diese Pflanze zwar nicht einmal unter ihrer lateinischen Bezeichnung finden können, gemäss Angaben der Angorazüchter handle es sich aber um eine Mimosenart. Am Tag der Wollernte dann werden die Hasen gekämmt, um die bereits losen Haare zu gewinnen. Soweit so gut, wenn man sich nicht am Einsatz eines Haarausfallmittels stört. Allerdings haben wir uns auch die Haltungsbedingungen der Produzentenvereinigung angeschaut. Und die sind leider grauenhaft. Wir sind darum erneut zum Schluss gekommen, dass wir auf Angoragarne aus solchen Zuchten verzichten.

 


Bambus

Mit dem Bambus ist es so eine Sache. Auf den ersten Blick ist Bambus eine tolle vegane Alternative zu Seide und wird von vielen Umweltschützern hoch gelobt. Tatsächlich hat Bambus beachtliche Vorteile: Bambus wächst von selbst und üppig. Bambus braucht keinen Dünger, muss nicht gewässert werden und auf der gleichen Fläche kann rund die zehnfache Menge Bambusfasern gewonnen werden, als bspw. Baumwolle (wobei es auch da noch einiges zu sagen gäbe). Bambus muss auch nicht mit Grossmaschinen bearbeitet werden, denn im Prinzip ist Bambus einfach ein Gras, das übrigens während seinem Wachstum gar 35% mehr Sauerstoff an die Luft abgibt, als ein vergleichbares Waldstück. Und nein, der «Garn»-Bambus wird den Pandas nicht vom Teller genommen, denn die essen diese Sorte gar nicht.

Alles gut also?

Nicht ganz. Denn die Bambuspflanze hat viel zu kurze Fasern, als dass man diese verspinnen könnte. Darum ist ein Bambusgarn immer ein Viskosegarn. Viskose wiederum ist bei uns vor allem als Garn aus Rindenfasern bekannt. Im Prinzip definiert das Wort Viskose aber keinen Rohstoff, sondern das Verfahren, wie eine spinnbare Faser aus einem (beinahe beliebigen) Rohstoff erzeugt werden kann. Und dafür ist meist ein beträchtlicher Chemieeinsatz notwendig. Aber! Bezüglich Ökologie ist bspw. Polyester aus frischem Erdöl etwa gleich gut wie Bambusviskose und beide zusammen sind – man staune – klar umweltfreundlicher als konventionell angebaute Baumwolle. Natürlich verbessert sich dies zusätzlich, wenn die Bambuspflanze aus biologischer Landwirtschaft stammt. Und selbstverständlich wird auch in diesem Bereich geforscht und verbessert. So gibt es bereits Verfahren, die die Cellulose (also die Pflanzenfaser) mittels unschädlichen Lösemitteln wie z.B. Harnstoff aus dem Rohstoff lösen können. Chemikalien können wieder aufbereitet, das für die Herauslösung benötigte Wasser kann in geschlossenen Kreisläufen weiter verwendet werden. Nur, wir kennen im Moment leider keinen einzigen Hersteller, der Bambusgarn so produziert.

Wir haben uns darum entschieden, vorderhand keine weiteren Bambusgarne im Shop anzubieten. Sollte sich in der Herstellung von Bambusviskose aber etwas ändern, werden wir diesen Entschluss wieder überdenken.

 


Baumwolle, konventioneller Anbau

Ca. 70% der weltweit angebauten Baumwolle ist genmanipuliert. Gentechnisch veränderte Baumwolle – meist BT-Baumwolle genannt – wurde genetisch so verändert, dass sie sich selbst gegen den Schädling «Bacillus thuringiensis» (Baumwollkapselbohrer) sollte wehren können, indem sie eine Gift gegen dessen Larven entwickelt. Wie bei allen derartigen gentechnischen Veränderungen hat man leider unterschätzt, dass die Natur sich ebenfalls wehren kann. Zwar konnte zu Beginn der Einsatz von Pestiziden dank der BT-Baumwolle kurzfristig verändert werden, doch dann drehte sich das Blatt. Die nächste Folge der künstlichen Veränderung des natürlichen Gleichgewichts war das vermehrte Auftreten anderer Schädlinge wie Blattläuse und Stinkwanzen. Weiter ging es damit, dass der anvisierte Schädling bald einmal anfing, gegen das von der Pflanze produzierte Gift resistent zu werden. Und bald war das Gegenteil von dem erreicht, was die Gentechnik hatte erreichen wollen. Statt den Schädling auszumerzen, war seine Abwehrkraft gestärkt worden. Dieses Scheitern möchten sich die Agrochemikonzerne allerdings noch nicht eingestehen und so verändern sie die Baumwollpflanze mittlerweile gleich mehrfach. Es passiert darum nun immer das Gleiche: die Natur passt sich an, die Veränderungen werden machtlos, es muss noch mehr Gift gespritzt werden, um der verschärften Lage Herr zu werden, die Kosten steigen ins Unermessliche und die Umweltbelastung sowieso.


In Indien hat diese Spirale gar dazu geführt, dass sich viele verzweifelte Bauern umbrachten, weil sie ihre Existenzgrundlage verloren hatten. Erschwerend kam natürlich dazu, dass die Bauern Saatgut nicht mehr selbst produzieren konnten (und durften!), sondern dieses bei den grossen Agrochemiekonzernen kaufen mussten. Die vom indischen «Central Institute for Cotton Research» publizierten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Vor Einführung der gentechnisch manipulierten Baumwolle, im Jahr 2002 mussten ca. 16'000 Rupien pro Hektar aufgewendet werden. 2011 waren es bereits 70'000 Rupien pro Hektare. Unterdessen hat darum mindestens Indien begriffen, dass nur der Weg zurück wieder ins Gleichgewicht führen kann. Sowohl das Agrarministerium, als auch führende Wissenschaftler empfehlen nun die Rückkehr zu heimischen Baumwollsorten. Doch gibt es auf den lokalen Märkten unterdessen leider zu wenig Saatgut dafür, denn die Agrochemiekonzerne haben zwischenzeitlich viele der indischen Saatgutproduzenten aufgekauft, um so die Konkurrenz für ihre BT-Baumwolle aus dem Weg zu räumen.

 


Biologischer Anbau von Pflanzenfasern

Der Leitgedanke im Biolandbau ist das Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Natürliche Lebensprozesse sollen gefördert und Nährstoffkreisläufe weitgehend geschlossen werden. Der Standort der angebauten Naturfaser wird möglichst sinnvoll gewählt und es gibt keine Monokulturen. Daraus resultieren gesunde und resistente Pflanzen, was sich ebenfalls positiv auf den Wasserverbrauch auswirkt. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel werden die natürlichen Abwehrkräfte von Pflanzen und Tieren gefördert. Auch «Unkraut» gehört zum Biobetrieb. Es dient als Lebensraum für Nützlinge, schützt als Bodenbedeckung die wertvolle Humusschicht und verhindert so Bodenerosion. Nützlinge kontrollieren Schädlinge und unterstützen so das ökologische Gleichgewicht. Ausserdem dienen Biodiversitätsförderflächen wie Hecken und Blumenwiesen als Lebensraum für seltene Pflanzen und bieten geschützte Nistplätze für Vögel. Eine wechselnde Fruchtfolge (z.B. Baumwolle im Wechsel mit Nahrungsmitteln oder Gründüngung) belebt den Boden und lässt auch die Ernte ertragreicher werden.

 



Bio-Label

Text folgt…


 


GOTS – Global Organic Textile Standard

gots-logoGOTS steht für Global Organic Textile Standard, dem weltweit führenden Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Auf hohem Niveau definiert er umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten Produktionskette sowie die gleichzeitig einzuhaltenden Sozialkriterien.


Hier gibt es einen informativen Film: www.youtube.com/gots

Weitere Informationen finden Sie auch hier: http://www.global-standard.org/de/

 



DK – Double Knit

DK steht für "Double Knit" und ist wohl die beliebteste Garndicke. DK-Garne eignen sich besonders gut für Pullis, Jacken, Kinderkleidung und die verschiedensten Accessoires. Die Garne mit dieser Fadendicke werden meist mit Nadeln der Stärken 3.5 – 4.5 mm verarbeitet, haben Lauflängen zwischen 240 – 300 m und Maschenproben von 21 – 24 M pro 10 cm.

 



Dochtgarn

Im Handel wird die Bezeichnung «Dochtgarn» heute oft für Garne verwendet, die lediglich nicht verzwirnt und manchmal auch unregelmässig dick sind. Obwohl weit verbreitet, ist das eigentlich nicht richtig. Ein echtes Dochtgarn wird nämlich grundsätzlich anders hergestellt. Um einen festen, dünnen Faden – der eben als «Docht» bezeichnet wird – werden die weiteren Fasern herumgespunnen. Dadurch entsteht ein locker und weich wirkendes, aber dank seinem Innenleben sehr haltbares Garn. Zu beachten gilt, dass der innere Faden nicht selbst schon stark gedreht ist, da er während dem Umspinnen mit dem äusseren Garn eine weitere Drehung erfährt. Sinnvoll ist dieses Verfahren bspw. wenn man sehr kurze Fasern (z.B. Angora) verspinnen möchte. Dem Aufbau entsprechend ist übrigens jedes Dochtgarn ein Single-Garn. Umgekehrt gilt das hingegen nicht.

 


Lyocell

siehe auch Tencel

 


Mulesing

merinos

Mulesing heisst das vor allem in Australien verbreitete Wegschneiden von Hautfalten, von dem ausschliesslich Merinoschafe betroffen sind. Merinoschafe wurden nämlich wegen ihres tollen Haares zu grossen Hautoberflächen gezüchtet. Mit dem Resultat, dass das zu grosse «Kleid» den Merinos nun überall in Falten herunterhängt. Heisse und feuchte Regionen sind deshalb für die Haltung dieser Schafrasse vollkommen ungeeignet, denn im feuchtwarmem Klima nisten sich Insekten in den Hautfalten ein und verursachen hässliche Infektionen, was wiederum den Menschen dazu verleitet, derart grässliche Praktiken wie Mulesing ins Auge zu fassen… Es gibt aber natürlich auch Merinoschafe, die in trockenen und kühleren Regionen leben, wo Mulesing entsprechend gar kein Thema ist.

Was Sie gegen Mulesing tun können?

Kaufen Sie ausschliesslich Wolle, die garantiert mulesingfrei ist – Herkunftsland Australien oder Neuseeland ist da momentan leider praktisch tabu, wobei in Neuseeland Bestrebungen im Gang sind, die schreckliche Prozedur aus der Schafhaltung zu verbannen.

 


Nm umrechnen – die metrische Nummerierung von Garnen

Ab und zu trifft man auf Garne, bei denen eine metrische Nummerierung angegeben wird. Da heisst es bspw. 10/2 oder 100/3. Solche Angaben kann man ganz einfach umrechnen, denn metrischen System wird immer bezüglich einem Gewicht von 1 Gramm gerechnet. Die erste Zahl gibt an wieviele Meter ein Faden dieses Garns pro Gramm hat. Die Zahl nach dem Schrägstrich gibt an, wieviele Fäden dieses Garns verzwirnt wurden – die angegebene Meterzahl muss also noch durch diesen Faktor geteilt werden.

Die zwei Beispiele aus dem Text sind also folgendermassen zu lesen:

10/… –> 10 m des für das Garn verwendeten Fadens wiegen 1 Gramm (Lauflänge einfädig 1000 m pro 100 g)
…/2 –> das Garn wurde aus zwei Fäden gezwirnt, das fertige Garn ist also nur noch halb so lang –> die Lauflänge pro 100 g beträgt also 500 m

100/3 heisst also wir haben einen Zwirn aus 3 Fäden, wobei der einzelne Faden pro Gramm 100 m hat (Lauflänge des einzelnen Fadens 10'000 m pro 100 g)
–> da für das Garn aber jeweils 3 Fäden verzwirnt wurden, beträgt die Lauflänge des fertigen Garns 10'000 m : 3, also 3333 m pro 100 g

 


Ökologische Beurteilung verschiedener Fasern 

In der folgenden Tabelle sehen Sie eine Bewertung bezüglich der Ökologie verschiedener Garn-Fasern. Die der Tabelle zugrunde liegenden Bewertungskriterien waren: Treibhausgasemissionen, Human- und Ökotoxizität (mit je 20% gewichtet), Energie-, Wasser- und Landnutzung (mit je 13,33% gewichtet). Da man für die Bewertung immer vom schlechtest möglichen Fall ausging – also maximaler Chemieeinsatz, intensivste Bewirtschaftung etc – gibt es sicher noch Spielraum bei der Interpretation der Einteilungen.

fibre_benchmark_2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie erwartet schneiden Fasern aus biologischem Anbau, aber auch Fasern aus rezyklierten Kunststoffen wie Nylon und Polyester, klar besser ab als Fasern aus konventioneller Landwirtschaft. Unser Herz schlägt aber natürlich trotzdem für die Natur-Fasern. Denn, so meinen wir, sollte man sich grundsätzlich überlegen, ob gewisse künstliche Materialien, deren Rezyklierung hier bewertet wird, überhaupt erst hergestellt werden sollen. Würde deren Erstverwendung hier in die Bewertung einfliessen, würden solche Fasern vermutlich in der Klassierung deutlich zurückfallen. 


Wenig erstaunt uns, dass konventionell hergestellte Baumwolle in der Klasse E rangiert. In der gleichen Klasse finden wir allerdings auch konventionell hergestellte Wolle. Das hat wohl hauptsächlich damit zu tun hat, dass Tiere viel Weidefläche brauchen. Diesen Landverbrauch kann man sicher kritisieren. Man kann sich aber auch fragen, ob die betreffenden Weideflächen überhaupt anderweitig genutzt werden könnten oder ob deren Beweidung vielleicht gar die sinnvollste Nutzung ist. Ebenfalls in die Bewertung eingeflossen ist die Art und Weise wie die Rohwolle verarbeitet wurde und da jeweils der schlechtest mögliche Fall angenommen wurde, ging man hier bestimmt von einem beträchtlichen Chemie-Einsatz aus. Wir sind darum überzeugt, je natürlicher ein Wollgarn behandelt und gefärbt wird, desto weiter klettert Wolle Richtung Tabellenspitze… 

Übrigens: Alpaca, Mohair, Seide, Bio-Bambus und Wolle aus Bio-Landwirtschaft wurden in dieser Untersuchung NICHT beurteilt.
 


Öko-Tex Standard

oeko-tex«Textiles Vertrauen» – unter diesem Motto stehen die unabhängigen Schadstoffprüfungen nach OEKO-TEX® Standard 100 seit 1992 für gesundheitlich einwandfreie Textilprodukte aller Art. Für die Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie existiert mit dem OEKO-TEX® Kriterienkatalog angesichts der global organisierten und stark arbeitsteiligen Textilproduktion erstmals ein einheitlicher und wissenschaftlich begründeter Massstab für die Beurteilung möglicher Problemstoffe in Textilien. Interessierten Endverbrauchern signalisiert das OEKO-TEX® Label den Zusatznutzen geprüfter Sicherheit für hautfreundliche Bekleidung und sonstige Textilprodukte. Damit bildet das Prüfzeichen eine wichtige Entscheidungshilfe beim Textilkauf.

Weitere Angaben finden Sie auch hier: www.oeko-tex.com
 


Pima Cotton

Pima Cotton ist eine besonders feine, langstapelige Baumwolle. Das heisst, die einzelnen Fasern sind ungewöhnlich lang und damit extrem weich, dies ist besonders angenehm auf der Haut. Dank den langen Fasern kommt es zu verringerter Knötchenbildung. Zudem erzeugt die hochwertige Faser einen edlen Schimmer.
 


Ravelry

www.ravelry.com ist DIE grosse Internetgemeinschaft von Strickerinnen und Strickern aus der ganzen Welt. Obwohl im Moment hauptsächlich noch englisch – die deutsche Übersetzung ist bereits teilweise online – verstehen auch nicht englisch sprechende Personen meist sehr schnell, wie alles funktioniert. In Ravelry finden sich fast alle Garne, die es auf der Welt gibt und – viel wichtiger – unzählige Fotos von dem, was daraus entstanden ist. Eine Mitgliedschaft bei Ravelry lohnt sich darum unbedingt. Sie ist gratis und auch sonst mit keinerlei Werbemails oder anderen, nervigen Kontaktaufnahmen verbunden.
 


Schurwolle

Der Begriff «Schurwolle» darf nur für Wolle verwendet werden, die per Schur von lebenden Schafen gewonnen wurde, definiert aber nicht, von welcher Schafrasse die Wolle stammt.

 


 

Seide, konventionell

Viele Seidenarten werden auf sogenannten Seidenraupenfarmen produziert. Dazu werden Seidenspinnerraupen durch den Menschen gezüchtet und etwa am zehnten Tag nach ihrer Verpuppung entweder durch Übergiessen mit Heisswasser oder durch Wasserdampf abgetötet. Dadurch wird verhindert, dass die Schmetterlinge schlüpfen und im Kokon ein Loch entsteht, denn der Schlupf zerreisst den Seidenfaden mehrfach.

 


Single-Garn

Single-Garne werden heute oft irrtümlich als Dochtgarne bezeichnet. Ein Single-Garn ist im Grunde genommen aber einfach ein einfädiges Garn, also nicht verzwirnt. Single-Garne neigen naturgemäss stärker zu Pilling, sehen dafür weich kund kuschelig aus.

 


Superwash-Asurüstung

Unter einer Superwash-Ausrüstung versteht man eine chemische Behandlung, die die Faserschuppen entfernt sowie die anschliessende Beschichtung der Wolle mit einem Polymer (chemische Verbindung aus Kettenmolekülen oder verzweigten Molekülen). Durch eine Superwash-Ausrüstung wird Wolle am Filzen und Eingehen gehindert.

 


Tencel™

Tencel ist der geschützte Markenname einer Lyocell-Faser der Firma Lenzing. Die mittels eines industriellen Verfahrens aus natürlichen Zellulosfasern hergestellte Faser wird aus Eukalyptusholz (aus nachhaltiger Forstwirtschaft) hergestellt und ist biologisch abbaubar. Das besondere an Tencel ist die ausgesprochen ökologische Herstellung. Tencel™ ist Lenzings textile Premiummarke, das Garn ist atmungsaktiv, hautfreundlich und weich. 
 
 

Viskose

«Viskos» bedeutet eigentlich zähflüssig und sagt nichts darüber aus, welches Ausgangsmaterial verarbeitet wurde. Viskosen können denn auch aus verschiedensten Grundmaterialien erzeugt werden. Oft werden natürliche Materialien verwendet, deren Fasern zu kurz sind, um sie zu verspinnen. Unter Einsatz chemischer Hilfsmittel kann aus solchen Fasern ein «viskoser» Brei erzeugt werden, aus dem anschliessend ein Garn erzeugt werden kann. Obwohl viele Viskose-Garne weich sind und verführerisch glänzen, sind die meisten Viskosen wenig umweltfreundlich. Denn viel wichtiger als welches Material am Anfang stand, sind die chemischen Hilfsmittel, die zur Viskosierung verwendet wurden. Heute voll im Trend ist bspw. die Bambusviskose.
 


Weight

«Weight» heisst übersetzt eigentlich Gewicht. Im Zusammenhang mit Garn sind aber eher die Begriffe «Stärke» oder «Dicke» zutreffend, denn im englischsprachigen Raum werden Garne in Garndicke- oder eben Garnstärke-Kategorien eingeteilt. Das ist im Grunde genommen eine sehr sinnvolle Einteilung, weil es die Austauschbarkeit von verschiedenen Garnen am besten beschreibt. Mehr dazu finden Sie auch unter dem Link Weight.
 


WPI (Wraps per Inch)

…oder übersetzt «Wicklungen pro Inch» siehe auch Beschreibung weiter unten.

Im englischsprachigen Raum werden die Garne in verschiedene «Weight»-Kategorien eingeteilt. Ein weiteres Hilfsmittel, um Garne bezüglich Ihrer Dicke und Flauschigkeit zu vergleichen, ist die WpI-Zahl, die ebenfalls aus dem englischsprachigen Raum kommt. Mittles der WpI-Zahl kann die Austauschbarkeit von Garnen relativ einfach beurteilt werden und dies erst noch unter Berücksichtigung der Struktur des Fadens.


Die WPI-Zahl eines Garns ermittelt man so: Markieren Sie 1 Inch (2.54 cm) auf einem Bleistift und wickeln Sie das Garn im Bereich der Markierung auf ohne es zusammenzuschieben. Zählen Sie die innerhalb eines Inches liegenden Fäden und schon haben Sie die WpI-Zahl. Garne mit gleicher WpI-Zahl können einander meist problemlos ersetzen.